Der ACHTSAME ACHTE – Caring Community urban

Caring Community, sorgende Gemeinschaften: Die Semantik und entsprechende Leitbilder haben Konjunkturen, stoßen auf Resonanz. Tragen sie doch Keimlinge von Zuversicht in sich, wie die gesellschaftlichen und demografischen Transformationen gestaltet werden können – und dies in einer demokratiesichernden und fördernden Weise. Dabei gilt es zu differenzieren: Es gibt restaurative Bilder von Caring Communities, die sich auf die Funktionalisierung von Ehrenamt und traditionellen Frauenrollen kaprizieren, es gibt Ansätze, die eher „Engineering-Logiken“ folgen: Digital unterstützte Netzwerke Ehrenamtlicher, Unterstützung mit Tele-Care und Robotik. Von einem anthropologischen Sorge- und Care-Begriff hergeleitete Ansätze von Caring Communities beschränken sich nicht auf die Aktivierung von Ehrenamtlichen, sondern zielen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und das getragen von Prinzipien sozialer Gerechtigkeit. 

Viele Beispiele gibt es aus den ländlichen Räumen. Oftmals wird betont, dass Caring Communities in überschaubaren Quartieren, Nachbarschaften oder Dörfern funktionieren. Dann gibt es aber auch in explizit urbanen Räumen gute Beispiele für Caring Communities. Sei es der sorgende Bezirk in Treptow-Köpenick in Berlin, die Caring Community-Ansätze mit ihrer feministischen Tradition in Barcelona oder eben auch in Wien – dort insbesondere zu „besichtigen“ im ACHTSAMEN 8. Bezirk. Ob die Sorge für Geflüchtete (Tralalobe), ob mit und für ältere Menschen, ob als achtsame Nachbarschaft oder verbunden mit kultureller Selbstaktualisierung und -ausdruck: Die Beispiele sind vielfältig. Und auch wenn an Wien die fiskalischen Engpässe nicht vorbeigehen, so hat man im ACHTSAMEN 8. das Sozialbudget nicht gekürzt, in Teilen sogar aufgestockt und investiert in den sozialen Zusammenhalt im Bezirk. 

Die Aktivitäten der Caring Community im 8. Bezirk beruhen zum Teil auf alten Traditionen von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Nachbarschaftsvereinen, kennen aber auch neuartige Emulgate kultureller und sozialer Aktivitäten, die sich als Verteidigung von Vielfalt, Solidarität, Empathie und demokratischer Aushandlung verstehen: Verbunden mit einem guten Backup an professionellen Unterstützungsstrukturen, ein Beispiel für die extrafamiliäre Sorge, auf die es in der Zukunft immer stärker ankommen wird.