Ein ressourcenorientierter Blick schaut auch auf die vielfältigen Formen von Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte
In Deutschland leben mehr als 21 Millionen Menschen mit Migrationsgeschichte. Ohne sie wären die Herausforderungen der demografischen Transformation nicht zu bewältigen und die Bevölkerung wäre deutlich kleiner. Sie gehören zu den zentralen Potenzialfaktoren für die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung. Zugleich stellen sie in vieler Hinsicht Herausforderungen dar, mit denen sowohl die Gesellschaft als auch Menschen mit Migrationsgeschichte umgehen müssen. Eine besondere Zuspitzung hat die Thematik der Migration durch die Dynamik der Geflüchteten seit 2015 und zuletzt durch den Ukraine-Krieg erfahren. Menschen mit Migrationsgeschichte bilden einen wichtigen Teil der deutschen Zivilgesellschaft, insbesondere in organisierten Formen der Migrantenselbstorganisation (MSO). Auf Menschen mit Migrationsgeschichte, insbesondere Geflüchtete, bezogen sich in der Vergangenheit viele Engagementformen von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. In Zeiten zunehmender rechtspopulistischer Polarisierung sind Menschen mit Migrationsgeschichte jedoch nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Krisen und Konfliktszenarien avanciert. Das zze hat sich im Zusammenhang mit den Arbeiten in der Geschäftsstelle des Zweiten Engagementberichts gemeinsam mit dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) in Essen dem Thema Migrantenselbstorganisation als Teil der Zivilgesellschaft und im Kontext der Engagementförderung gewidmet. Die Ergebnisse wurden in den Essener Thesen „Engagement von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und Fluchterfahrungen – Vielfalt, Potenziale, Desiderate“ zusammengefasst.